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Die vordere Kreuzbandverletzung ist eine häufige Sportverletzung. Die größte Anzahl der Kreuzbandverletzungen sieht man in den Sportarten Fußball, Ski alpin und Handball. Die Verletzungshäufigkeit nimmt in den letzten Jahren kontinuierlich zu, insbesondere bei Kindern sehen wir eine dramatische Zunahme dieser schweren Knieverletzung. In diesen Sportarten kommt der Prävention eine große Bedeutung zu. Die ACOS Praxisklinik bietet regelmäßig Kurse zur Prävention an. 


Muß ich mich operieren lassen?

Eine Indikation zur Rekonstruktion des vorderen Kreuzbandes besteht nicht zwangsläufig. Alter, Aktivität und Gelenkstatus müssen berücksichtigt werden. Bei geringer körperlicher Aktivität kann auch bei nicht operativer Therapie und nicht zu großer Instabilität ein guter Funktionszustand erhalten werden.
Bei vollständigem Abriss des vorderen Kreuzbandes kommt es zu einem vermehrten Gelenkspiel. Dies führt in den meisten Fällen zu Sekundärschäden wie Schäden an Knorpel und Meniskus. Bei zusätzlichen Schäden am Meniskus wird die Instabilität vergrößert und es kommt schneller zur Arthrose. Eine Rekonstruktion des vorderen Kreuzbandes muß bei deutlicher Instabilität, bei höherer körperlicher Aktivität und sportlichem Anspruch an das Gelenk empfohlen werden. Hinzu kommen weitere Faktoren, wie angeborene Bandlaxizität oder Achsfehlstellungen, die eine individuelle Beratung erfordern. 




KreuzbandrissWann muß ich mich operieren lassen?

Bei einer frischen Verletzung des vorderen Kreuzbandes sollte eine Kernspintomographie erfolgen, um zusätzliche Begleitverletzungen wie Meniskusschäden bestimmen zu können. Die Kombination der Verletzungen bestimmt  den Zeitpunkt der Operation. Die häufig gerade an Skiorten angebotene sofortige operative Versorgung ist nicht immer optimal! In vielen Fällen ist eine Versorgung erst einige Wochen nach dem Unfall, bei reizlosem Knie zu empfehlen. Eine zu schnelle operative Versorgung führt nicht selten zu bleibenden Bewegungseinschränkungen.


KreuzbandrissWelche OP-Technik?

Bei rechtzeitiger Versorgung des verletzten Kniegelnkes mit einer externen Stabilisierung durch eine Orthese kann in nicht wenigen Fällen das eigene Kreuzband erhalten werden. In diesen Fällen wird mit Stammzellen, Wachstumsfaktoren und Reparaturzellen eine ausreichende Stabilisierung des verletzten Bandes erreicht. Das eigene Kreuzband ist dem Transplantat (VKB-Ersatzplastik) überlegen, da Bewegungsmelder über Reflexe das Knie muskulär stabilisieren und somit Folgeverletzungen seltener auftreten. Das bei uns durchgeführte minimal-invasive Verfahren der healing-response Technik ist in diesem Beitrag näher beschrieben.

 

Das Transplantat (Semitendinosussehne sog. “Hamstrings”, Patellasehne, Quadricepssehne oder Allograft) wird individuell für jeden Patienten ausgewählt. Einflußfaktoren der Auswahl sind beispielsweise Beruf und ausgeübte Sportarten.
Die von uns bevorzugte Technik ist die Entnahme der Semitendinosussehne als einzige Sehne. Durch eine spezielle Entnahmetechnik ist die Länge der Sehne in der Regel ausreichend um durch einen 4fach Strang einen idealen Durchmesser des Transplatates erreichen zu können. Auf eine Entnahme der Gracilissehne können wir somit verzichten. Dies ist für Sportler wichtig, denn eine Schwächung der Innendrehung  des Unterschenkels wird dadurch verhindert.

Aufgrund des Kostenvorteils von Titanschrauben gegenüber von “Zuckerschrauben” wird das Transplantat leider noch immer von einigen  Operateuren mit der günstigeren Metallvariante fixiert. Wir verwenden  bioresorbierbare Schrauben (“Zuckerschrauben”), die im Laufe der Zeit vom Körper enzymatisch aufgelöst werden. In die von uns verwendete Schraube kann der Knochen einwachsen, was zu einer noch stabileren Verankerung des Kreuzbandtransplantats führt. Der große Vorteil der neuartigen Implantate ergibt sich insbesondere bei einer erneuten Operation z.B. aufgrund eines neuerlichen Unfalls. Bei einliegenden Metallschrauben ist die Entfernung nach Jahren sehr aufwendig und hinterläßt gerne große Knochendefekte und verschlechtert somit die Ergebnisse einer erneuten Operation.
Durch die schonende OP Technik und wird dieser Eingriff bei uns in aller Regel ambulant durchgeführt.


Prävention

Vorbeugung ist gerade bei Risikosportarten wie Fußball, Ski alpin und Handball leider noch immer ein vernachlässigter Punkt. Neue Studien haben gezeigt, daß durch ein konsequentes Präventionstraining die Verletzungen des vorderen Kreuzbandes um bis zu 90 Prozent gesenkt werden konnten.

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